Frankreich
AUF DEN SPUREN DES HEILIGEN KOLUMBAN
25. September - 2. Oktober 2026
Pilgerrreise von Luxeuil-les-Bains nach Besançon
Es ist 1400 Jahre her, dass dreizehn Mönche vom Kloster Bangor im Norden Irlands aufbrachen, um als Pilger Christi durch ganz Europa zu wandern. So kamen sie auch in St. Gallen vorbei, wo Gallus sich von der Gruppe trennte und die Grundlage für das spätere Kloster schuf. Weshalb sein Name und seine Geschichte bei uns auch viel bekannter ist.
Doch der Abt dieser Mönchsgruppe hiess Kolumban und ist eine schillernde Gestalt. Auf ihn und seine Ordensregel gehen über hundert Klostergründungen im frühen Mittelalter zurück. Sein Predigen und Vermitteln zwischen manchen Königen des nach-römischen jungen Europas prägte wesentlich die christliche Identität des Kontinents. Seit etwa zehn Jahren führt der Kolumbansweg durch sieben Länder bis nach Bobbio in Norditalien.
Während dieser Pilgerwoche folgen wir Kolumbans Spuren ab Luxeuil-les-Bains, wo er um das Jahr 600 herum drei Klöster gegründet und zwanzig Jahre gelebt hatte. Bis er sich mit König Theuderich überwarf und vertrieben wurde. Auf diesem Weg des Exils pilgern wir zunächst gemütlich vom südlichen Rand der Vogesen zum Tal des Doubs, der von der Schweiz her kommt und hier nach Westen fliesst. Er gestaltet eine zerklüftete Juralandschaft, in der wir auch einige Höhenmeter zu überwinden haben, bevor sich die Flusslandschaft bei Besançon weitet.
Bruno Fluder
Pilgerseelsorger in St. Gallen, Theologe und Cityseelsorger
1. Tag: Freitag, 25. September: Anreise Basel – Luxeuil-les-Bains
Die Gruppe trifft sich am Bahnhof Basel und reist gemeinsam mit dem Zug über Mulhouse und Belfort nach Luxeuil. Nach Zimmerbezug im Hotel Cerise les Sources gleich neben den Thermen besuchen wir im Städtchen die Basilika, das ehemalige Benediktinerkloster und das noch junge Museum l’Ecclesia. Es macht ein grosses Ausgrabungsfeld zugänglich, welches viel über die Ursprungszeit der irischen Mönche und ihr erstes Kloster aufzeigt.
2. Tag: Samstag, 26. September: Luxeuil-les-Bains – Lure
23 km 200 Höhenmeter 6 Stunden
Wir verlassen das Städtchen südwärts und folgen einige Kilometer der Autobahn, bevor wir einen weiten Wald durchqueren. Wir gewöhnen uns auf dieser recht langen ersten Etappe ans Gehen in flachem Gelände. Lure war die erste Station von Kolumbans Vertreibung, bei der Einsiedelei des Heiligen Desle, einem seiner Schüler. In der Martinskirche begegnen wir den Reliquien von mehreren iro-fränkischen Heiligen. Ein Transportservice wird uns zum Hotel etwas ausserhalb von Lure bringen.
3. Tag: Sonntag, 27. September: Lure - Villersexel
17 km 150 Höhenmeter 4 Stunden
Wir beginnen, wenn möglich, den Sonntag mit der französischen Messe in der Kirche St. Martin. Der Weg dieses Tages ist ein ehemaliges Bahntrassee, welches zu einem Fuss- und Radweg umfunktioniert wurde. Er führt uns durch schattige Wälder und vorbei am Bach l’Ognon, in welchem schon der Heilige Gallus Fische gefangen hatte, so wie später auch in der Steinach in St. Gallen. Abends werden wir in einem freundlichen Landhotel empfangen.
4. Tag: Montag, 28. September: Villersexel - Bournel
18 km 250 Höhenmeter 5 Stunden
Wir pilgern weiter der früheren Bahnlinie entlang und stossen immer mal wieder auf Gewässer. Unser Ziel ist ein veritables Schloss aus dem 18. Jahrhundert, die Domaine de Bournel. Die prächtige Gartenanlage lädt zur abendlichen Erholung ein.
5. Tag: Dienstag, 29. September: Bournel – Baume-les-Dames
24 km 550 Höhenmeter 6 Stunden
Von nun an wird die Landschaft wieder hügeliger. Nach Rougemont steigen wir hinauf zur wunderschön gelegenen Chapelle Notre-Dame und folgen angenehmen Wanderwegen. Bevor wir am Nachmittag zum Doubs absteigen überschreiten wir einen Jurahügelzug, vorbei an Windrädern. Gegenüber der Martinskirche von Baume-les-Dames können wir uns dann bei einem Eis erholen. Kolumban kam zu seiner Zeit bei den Schwestern der ehemaligen Abtei Sainte Odile unter. Wir tun dies im einfachen Hotel Bambi.
6. Tag: Mittwoch, 30. September: Baume-les-Dames - Deluz
21 km 850 Höhenmeter 6 Stunden
Am Morgen überqueren wir den Doubs und steigen auf die Jurahügel, welche wunderbare Blicke ins Flusstal freigeben. Am Mittag wechseln wir auf die rechte Flussseite. Der Abstieg nach Deluz kann bei nassem Wetter auf dem Jurakalk sehr rutschig sein. Dort nehmen wir den Zug nach Besançon und können die beiden nächsten Nächte gemütlich im selben Hotel Foch direkt beim Bahnhof verbringen.
7. Tag: Donnerstag, 1. Oktober: Besançon - Boussières
19 km 300 Höhenmeter 5 Stunden
Den etwas komplizierten Abschnitt vor der Stadt lassen wir aus und geniessen an diesem Tag die Wege direkt am Flussufer nach der Stadt, an dem so manches Hausboot vorbeizieht. Die Flussschlaufe bei Thoraise kürzen wir ab, indem wir zur Chapelle Notre-Dame du Mont hinaufsteigen. Von dort hat man eine weite Aussicht zurück über Besançon bis zu den Vogesen. Wenn wir Glück haben, begegnen wir hier auch Gämsen. Nach dem Abstieg auf der anderen Seite fahren wir mit dem Zug zurück und übernachten nochmals in Besançon.
8. Tag: Freitag, 2. Oktober: Rückreise Besançon - Basel
Am Vormittag haben wir Zeit zur freien Besichtigung der Stadt. Hier sass Kolumban im Kerker von König Theuderich, weil er sich geweigert hatte, dessen uneheliche Kinder zu taufen. Die Altstadt auf der Flussschleife bietet Sehenswürdigkeiten aus 2000 Jahren Geschichte. Rückfahrt mit dem Zug über Mulhouse nach Basel.
Pilgern und Spiritualität
Pilgern heisst, Wege zu Fuss gehen im Bewusstsein, dass wir immer und überall von Gott geleitet und getragen sind, in jeder Begegnung mit mir, mit den Mitpilgern und mit der Natur. Wir gestalten das Pilgern ab und zu mit Zeiten von schweigendem Gehe und mit spirituellen und historischen Impulsen.
Zu dieser Einfachheit gehört, dass ich mein ganzes Gepäck selber mittrage und darauf achte, nur das Nötigste einzupacken. Wir werden das Mittagspicknick jeweils für alle einkaufen und dann gemeinsam teilen. Die Organisation wird sich auf dem Weg ergeben.
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