Frankreich
VERKETZERT BESELIGT GEHEILIGT
4.-11. April 2027
Pfarreireise nach Frankreich
mit Thomas Markus Meier, Frauenfeld
In einem langen Mahnschreiben an eine Gräfin kritisiert Robert von Arbrissel: «Der Geist der Ruhmsucht ist ein Übel; aber vorgetäuschte Heiligkeit ist schlimmer.» Mit ähnlichen Gegenüberstellungen listet der Mönch auf, dass vorgetäuschte Tugenden blosses Blendwerk ist, äusserer Schein. Ruhmsucht, Heiligkeit – vielleicht wird nicht nur der Gräfin ein Spiegel vorgehalten, sondern es geht auch um Selbstbespiegelung. «Der Geist der Gefrässigkeit ist ein Übel; aber vorgetäuschte Mässigung ist schlimmer.»
Um Proportionen, eine gefällige Wirkung, geht es auch in der Architektur. Fassaden sollen nicht nur vorblenden, sondern einem Innenraum Aussenwirkung geben. Was vielleicht mit Ruhmsucht startete, bleibt der Nachwelt als Berühmtheit erhalten. Wie die berühmten Schlösser im Loiretal; nicht weniger als wie eines der eindrücklichsten Klosterensembles Frankreichs, in Fontevraud. Lichtdurchströmt, schnörkellos, bauplastisch wohl geformt.
Die diesjährige Pfarreireise führt auf die Spuren von Berühmtheiten wie Jeanne d’Arc: in der Aussenwahrnehmung von der Ketzerin zur Heiligen. Und entdeckt Vergessen-Gegangene(s), wie den seligen Robert von Arbrissel. Geradezu modern, wie er Raum schafft für die Frau in der Kirche – mitunter schlicht, dass er Frauen wortwörtlich die Kirchentür öffnet und sie an den Wächtern vorbei einschleust.
Vom lieblichen Flusstal, einladender Architektur, heil(ig)samem Anders-Sein spricht auch das letzte Buch der Bibel. Leibhaftig vor Augen malen uns diese Visionen die berühmten Teppiche von Angers – verschiedenfarbige Fäden verwoben zu einem Ganzen. Vielleicht auch ein Bild für die verschiedenen Fäden, Fährten, die die Pfarreireise aufgreifen möchte.
Thomas Markus Meier
1. Tag, Sonntag, 4. April 2027
Anreise nach Orléans
Abfahrt in Frauenfeld um 06.18 Uhr, Weiterfahrt mit dem TGV, Ankunft in Paris Gare de Lyon um 11.38 Uhr. Busfahrt nach Orléans. Rundgang durch die Altstadt und Besuch der Kathedrale Sainte Croix.
Abendessen; Übernachtung im Hotel des Cèdres in Orléans.
2. Tag, Montag, 5. April 2027
Schloss Chambord
Besuch des Château de Chambord mit Führung durch Schloss und Park. Schloss Chambord ist das größte und spektakulärste Schloss im Loiretal – ein monumentales Meisterwerk der französischen Renaissance. Es wurde ab 1519 auf Wunsch von König Franz I. erbaut und gilt als Symbol königlicher Macht und als architektonische Vision, die mittelalterliche Elemente mit der Ästhetik der Renaissance verbindet. Weiterfahrt nach Amboise. Abendessen und Übernachtung in Amboise im Hotel Novotel.
3. Tag, Dienstag, 6. April 2027
Chenonceau und Tours
Besichtigung des Château de Chenonceau. Schloss Chenonceau ist eines der elegantesten und poetischsten Schlösser des Loiretals – berühmt für seine Galerie, die wie ein weißer Steg über den Fluss Cher schwebt. Weiterfahrt nach Tours und abendlicher Rundgang durch die Altstadt. Abendessen; Übernachtung im Hotel Best Western Artist in Tours.
4. Tag, Mittwoch, 7. April 2027
Tours
Tours verbindet mittelalterliches Flair mit urbaner Lebendigkeit: Fachwerkhäuser, gepflasterte Gassen und der berühmte Place Plumereau prägen die Altstadt. Stadtführung (Kathedrale, Altstadt, Place Plumereau). Freier Nachmittag für individuelle Unternehmungen. Abendessen auf eigene Faust.Abendessen; Übernachtung im Hotel Best Western Artist in Tours.
5. Tag, Donnerstag, 8. April 2027
Chinon und Fontevraud
Fahrt nach Chinon, Besuch der mittelalterlichen Festung. Die Festung Chinon (Forteresse royale de Chinon) ist eine der bedeutendsten mittelalterlichen Anlagen im Loiretal – eine mächtige Höhenburg über der Vienne, geprägt von englischen und französischen Königen. Weiterreise zur Abtei Fontevraud, erste Besichtigung der Klosteranlage.
Abendessen und Übernachtung im Hotel de l’Abbaye in Fontevraud.
6. Tag, Freitag, 9. April 2027
Abtei Fontevraud
Der Höhepunkt unserer Reise: die Begegnung mit dem seligen Robert von Arbrissel. Ausführliche Führung durch die Abtei Fontevraud und die Grablegen der Plantagenêts. Zeit für eigene Vertiefung, anschl. Weiterfahrt nach Angers. Abendessen und Übernachtung im Hotel Oceania in Angers.
7. Tag, Samstag, 10. April 2027
Angers
Angers: Alte Hauptstadt des Anjou, Stadt der Flüsse und klaren Linien. Höhepunkt ist das mächtige Château d’Angers mit der visionären Apokalypse‑Tapisserie. Fachwerk, stille Klosterhöfe und weite Wasserachsen prägen das Gesicht dieser Stadt. Spaziergang durch die Altstadt und Besichtigung der Teppiche von Angers mit ihren apokalyptischen Motiven. Abendessen und Übernachtung im Hotel Oceania in Angers.
8. Tag, Sonntag, 11. April 2027
Abschluss in Angers und Heimreise
Rückreise ab Angers mit TGV – Angers-St-Laud ab 10.31 Uhr via Strasbourg, Ankunft in Frauenfeld um 19.42 Uhr.
Programmänderungen vorbehalten
Hier geht's zum Flyer sowie zur Anmeldung >

